
Energienahe Dienstleistungen
Power eines starken Partners
Holzbeschaffung der Stadtwerke Leipzig GmbH
Wald in Deutschland
Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union eines der waldreichsten Länder. Seine Waldfläche beträgt 11,1 Mio. Hektar, dies entspricht 30% der Landesfläche.
Die Waldfläche hat in den letzten vier Jahrzehnten um ca. 1 Mio. Hektar zugenommen.
Auf die einzelnen Bundesländer bezogen schwankt der Bewaldungsanteil deutlich. So weisen die Bundesländer im Einzugsbereich unserer Biomassekraftwerke folgenden Waldanteil in Bezug auf die Landesfläche auf:
| Sachsen | 27,8 % |
| Sachsen Anhalt | 24,1 % |
| Brandenburg und Berlin | 35,3 % |
| Thüringen | 32,0 % |
| Niedersachsen, Hamburg und Bremen | 23,8 % |
| Hessen | 41,7 % |
(Quelle: Waldbericht 2009 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Zertifizierung
Die Idee der forstlichen Zertifizierung entstand ursprünglich aus der Diskussion um einen Tropenholzboykott. Forstliche Zertifizierungssysteme lösten als Instrumente der Förderung und Sicherung einer nachhaltigen Waldwirtschaft die Diskussionen um einen Tropenholzboykott ab und dienen heute vorwiegend zur Kennzeichnung wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig erzeugter Produkte des Waldes.
Neben der Waldfläche kann auch die sogenannte "Chain of Custody", die Produktkette der Forsterzeugnisse vom Wald bis zum Endverbraucher zertifiziert werden.
Ein im Rahmen der "Chain of Custody" erteiltes Zertifikat für Forstunternehmen dient neben dem Nachweis der Einhaltung der definierten Standards bei der Waldbewirtschaftung in zertifizierten Wäldern auch als Qualitätsnachweis über die Arbeit der Unternehmer gegenüber den Auftraggebern.
In Deutschland werden überwiegend folgende (kostenpflichtige) Zertifizierungssysteme eingesetzt:
- FSC (Forest Stewardship Council)
(www.fsc-deutschland.de)
und - PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certifications Schemes)
(www.pefc.de)
Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind Anfang 2009 in Deutschland etwas mehr als 70 % der Waldfläche zertifiziert:
- 7,3 Mio. ha (rd. 66 %) nach den Kriterien des "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC)
- 430 000 ha (rd. 3,9 %) nach denen des "Forest Stewardship Council" (FSC)
- rd. 54 800 ha (rd. 0,5 %) nach Naturland-Kriterien.
(Quelle: www.umweltbundesamt-umwelt-deutschland.de)
Nachhaltigkeit bei der Waldbewirtschaftung
Ein wesentliches Kriterium bei der Zertifizierung ist die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung. In einfachen Worten bedeutet Nachhaltigkeit, dem Wald nicht mehr Holz zu entnehmen als wieder nachwächst. In Deutschland lässt sich dieser Ansatz bei der Waldbewirtschaftung bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts zurückverfolgen, wie zum Beispiel bei der Niederwaldbewirtschaftung (1215 Stadtwald Aachen, 1219 Bistum Speyer, 7jähriger Nutzungsplan Stadtwald Erfurt 1307). Im Jahr 1713 beschrieb der Freiberger Berghauptmann H. C. v. Carlowitz in seiner "Sylvicultura oeconomica" erstmals umfassend die forstökonomische Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffs. 1744 wird der Begriff "nachhaltig" zum ersten Mal von G. H. Zinck verwendet. 1795 formuliert G. L. Hartig:
Es seien die Wälder zwar so hoch als möglich, "… doch so zu benutzen …, dass die Nachkommenschaft wenigstens ebenso viele Vorteile daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet".
Sowohl im Bundeswaldgesetz (§1 Nr.1) als auch im Bundesnaturschutzgesetz
(§2, Abs. 1, Nr. 2, §5 Abs.5) hat der Begriff der Nachhaltigkeit Eingang gefunden und ist somit für alle Waldbesitzer verpflichtend.
Zertifizierungsanteil in den Biomassekraftwerken
Die Stadtwerke Leipzig GmbH bezieht ihr Holz hauptsächlich aus zertifizierten Wäldern und über zertifizierte Lieferanten im Umkreis der Kraftwerke. Bei der Holzbeschaffung und den Dienstleistungen im Wald wird stark darauf geachtet, dass eine Zertifizierung vorliegt. Die angelieferten Mengen im Biomasseheizkraftwerk Piesteritz stammen zu ca. 85% aus zertifizierten Wäldern und von zertifizierten Lieferanten, in Bischofferode zu ca. 89%. Der geringe Anteil des nicht zertifizierten Holzes stammt i.d.R. von Kleinprivatwaldbesitzern, die ihre Bestände zwar nachhaltig bewirtschaften, jedoch auf eine kostenpflichtige Zertifizierung verzichtet haben. Bei der Erzeugung in den beiden Biomassekraftwerken Piesteritz und Bischofferode wird ausschließlich naturbelassenes Holz, das bei der Waldpflege bzw. Durchforstung oder der Landschaftspflege anfällt, verwendet.










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