Geschäftsbilanz 2010 der Stadtwerke Leipzig
Stadtwerke Leipzig steigern Gewinn um sechs Prozent
17.05.2011
Die Stadtwerke Leipzig GmbH hat das Jahr 2010 außerordentlich erfolgreich abgeschlossen. Gemessen am erwirtschafteten Gewinn und an den Umsatzerlösen war es sogar das beste Jahr in der Geschichte des Unternehmens. Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 3,155 Milliarden Euro. Dieses gute Ergebnis machte es möglich, 63,8 Millionen Euro und damit 3,5 Millionen Euro (plus 6 Prozent) mehr als im Jahr 2009 an die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (LVV), ein 100%iges Tochterunternehmen der Stadt Leipzig, abzuführen.
„Die guten Kennzahlen zeigen, dass wir strategisch sehr gut ausgerichtet sind und unserer Verantwortung sowohl für unsere Kunden als auch für die kommunale Daseinsvorsorge der Stadt Leipzig gerecht werden“, erklärt Thomas Prauße, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig auf der Bilanzpressekonferenz der LVV am Dienstag in Leipzig: „Die wichtigsten Ziele haben wir erreicht: Wir wachsen nachhaltig. Dieses Wachstum hat es uns ermöglicht, auch im Jahr 2010 unseren Gewinn zu steigern. Die erhöhte Gewinnabführung trägt wesentlich zur Lebensqualität der Menschen in Leipzig bei“.
Die Ergebnisentwicklung war 2010 auch von Sondereffekten beeinflusst. Deutlich niedrigere Temperaturen mit einem Jahresmittelwert von 9,2 Grad gegenüber 10,7 Grad im Vorjahr ließen die Nachfrage nach Wärmeprodukten steigen. Neben dieser klimatischen Besonderheit ermöglichten auch deutlich niedrigere Zinsen und ein besseres Beteiligungsergebnis das gute Abschneiden der Stadtwerke Leipzig.
Absatzrückgänge bei Strom und Gas, deutliches Plus beim Wärmeabsatz
Rückgänge verzeichneten die Stadtwerke Leipzig bei Strom und Gas. Die Gründe lagen zum einen in der Bereinigung des Kundenportfolios, zum anderen im scharfen Wettbewerb. Der Absatz von Strom ging um 19 Prozent auf 1 495 GWh zurück. Geringer fiel mit 4 Prozent das Minus im Gassektor aus. Insgesamt 1 405 GWh setzten die Stadtwerke Leipzig hier ab.
Demgegenüber konnte das kommunale Versorgungsunternehmen 2010 bei der Fernwärme mit 1 604 GWh 18 Prozent mehr absetzen als im Vorjahr. Die Zunahme hatte vor allem mit der außergewöhnlich kühlen Witterung besonders im Dezember zu tun.
„Der harte Wettbewerb fordert uns. Das heißt: Unsere Produkte müssen überzeugen und wir müssen unsere Kosten so niedrig wie möglich halten“, betont Thomas Prauße: „Wichtig ist, dass wir uns auch als städtisches Unternehmen marktkonform verhalten. So werden wir im Wettbewerb weiter bestehen.“
Absatzplus im Energiegroßhandel
Zehn Jahre nach dem Einstieg in die Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig durch die Stadtwerke Leipzig hat der europaweite Handel mit Strom, Gas und CO2 einen erheblichen Anteil am geschäftlichen Erfolg des Energiedienstleisters. Beim europaweiten Stromhandel erzielten die Leipziger mit 45 938 GWh einen Zuwachs von über 30 Prozent. Mit einem Plus von 46 Prozent wuchs auch der Gashandel besonders eindrucksvoll von 7 504 GWh auf 10 942 GWh.
„Durch den Einstieg in den niederländischen Gashandelsplatz Title Transfer Facility (TTF) und das Engagement an der Europea Climate Exchange (ECX) in London, einer der weltweit größten Handelsplätze für CO2, haben die Stadtwerke Leipzig neue Märkte erschlossen und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt“, so Raimund Otto, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig.
11,5 Millionen Euro für Netzinfrastruktur
Die nachhaltige Versorgung der Leipziger Kunden über eine zuverlässige Netzinfrastruktur wurde durch Investitionen in die Erneuerung der Energienetze weiter gesichert. Die Stadtwerke Leipzig wendeten für die Modernisierung und den Ausbau der Versorgungsinfrastruktur 11,5 Mio. Euro auf.
Nachhaltige Erzeugung ausgebaut
Die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) in Leipzig hat 2010 mit der Produktion von 773 GWh Strom und Wärme wiederum einen Bestwert erreicht. Langfristig geplant war die Revision an einer der beiden Gasturbinen des GuD in der Eutritzscher Straße. Nach 15 Jahren und rund 100 000 Betriebsstunden hatte das Aggregat das Ende der Nutzungsdauer erreicht. Mit einer neuen Turbine stellten die Stadtwerke Leipzig sicher, dass das Kraftwerk weiterhin nachhaltig Strom und Wärme produzieren kann. Die alte Gasturbine wird bei der Siemens AG in Berlin überholt und soll im Sommer 2012 die zweite Gasturbine ersetzen.
Das Biomasse-Heizkraftwerk in Piesteritz erreichte 2010 im ersten vollen Betriebsjahr mit 51 GWh eine sehr hohe Dampfauskopplung. Allerdings war die Produktion in den beiden Biomassekraftwerken Piesteritz und Bischofferode gekennzeichnet von einem massiven Preisanstieg bei Holz. Die Stadtwerke Leipzig wollen den hohen Preisen unter anderem durch den Direktbezug von Holz bei Waldbesitzern entgegenwirken.
Die Erneuerbaren Energien spielen in der Strategie der Stadtwerke Leipzig eine entscheidende Rolle. Ausdruck dieser Unternehmenspolitik ist der Kauf einer Beteiligung an einem Windpark in der sachsen-anhaltischen Gemeinde Obhausen.
Vertrieb neu ausgerichtet – Neue attraktive Produkte eingeführt
Um auf Kundenanforderungen schneller reagieren und Kosten senken zu können, haben die Stadtwerke Leipzig ihren Vertrieb neu strukturiert. Zu den Änderungen gehörte die Ausweitung der Produktpalette und des eigenen Vertriebsgebiets. Dabei spielten Online-Produkte eine wichtige Rolle. Im September 2010 starteten die neuen Online-Produkte Strom21.online und Gas21.online zunächst in einigen ausgewählten Marktgebieten Mitteldeutschlands. Die Ausweitung der Marktgebiete geht zügig voran. Seit August 2010 sind die Stadtwerke Leipzig mit dem Produkt Gas21.regio für Privatkunden außerhalb des eigenen Netzgebietes am Markt. Der Vertrieb erfolgte in der ersten Stufe in ausgewählten Regionen. Die Resonanz am Markt war äußerst positiv. Für das Jahr 2010 konnte damit ein Nettozuwachs im Bereich Privatkunden Gas erzielt werden. Ebenfalls erfolgreich war die Reakquise, also die Rückgewinnung von Kunden.
Gesellschaft für Smart Metering gegründet
Sogenannte „intelligente“ Verbrauchszähler sollen den Kunden helfen, eigene Einsparpotenziale zu erkennen. Die Stadtwerke Leipzig, die Stadtwerke-Halle-Tochter EVH und die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben eine eigene Gesellschaft, die Meter1 GmbH & Co. KG mit Sitz in Halle, gegründet. Sie soll das Geschäftsfeld Smart Metering effizient entwickeln. In zwei Pilotprojekten werden „intelligente“ Zähler bereits bei Kunden getestet.
Beteiligungen
Positiv entwickelten sich die Beteiligungen. So konnte die GPEC in Danzig nach 2009 auch im Jahr 2010 wieder das beste Ergebnis seit Bestehen des Unternehmens erreichen und das dritte Jahr in Folge das Ergebnis steigern. Das Ergebnis vor Steuern wuchs deutlich von umgerechnet 4,6 Millionen Euro auf 8,5 Millionen Euro. Der ITDienstleister perdata erzielte mit 6,1 Millionen Euro den höchsten Umsatz im Drittgeschäft in der Geschichte des Unternehmens. Insgesamt wurde ein Jahresergebnis von 2,8 Millionen Euro erreicht. Das Telekommunikationsunternehmen HL komm erwirtschaftete ein Jahresergebnis von 3,5 Millionen Euro. Der Abrechnungsdienstleister LAS, der im vergangenen Geschäftsjahr zehn Jahre am Markt agierte, akquirierte weitere externe Abrechnungskunden.
Personal
Die Stadtwerke Leipzig-Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2010 insgesamt 1 995 Mitarbeiter sowie 112 Auszubildende, Jungfacharbeiter und Trainees. Erfreulich ist, dass bei der Stadtwerke Leipzig GmbH bei einem Frauenanteil von 34 Prozent jede dritte Managementposition mit einer weiblichen Führungskraft besetzt ist.








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